EZERA

Ezera Sauna verbindet das lettische Wort für „See“ mit der Idee von Tiefe, Ruhe und Reflektion. Die Wasserflächen im Inneren wie im Außenbereich spiegeln diese Philosophie –

es geht um inneres Zur-Ruhe-Kommen durch Verbindung mit den Elementen.

Die Grundrisse folgen einem klaren, zylindrischen Prinzip. Entlang der Außenwand verläuft ein umlaufender Gang, während im Zentrum eine skulpturale Helixtreppe alle Ebenen verbindet. Ein großzügiges Treppenauge öffnet sich nach unten und gibt den Blick auf das kalte Becken im Erdgeschoss frei – als vertikale Mitte und atmosphärischer Anker des Hauses.

Das Erdgeschoss besteht ausschließlich aus der Treppe und einer Plattform auf Seelevel. Hier befinden sich die getrennten Eingänge, die – ebenso wie die Umkleiden im ersten Obergeschoss – nach Geschlechtern organisiert sind. Die Wege bleiben zunächst separiert und führen spiralförmig nach oben. Erst im zweiten Obergeschoss, wo Saunen, Becken und Duschen angeordnet sind, oder auf dem Außengang des ersten Stocks kreuzen sich die Bewegungen wieder.

Den Abschluss bildet das oberste Geschoss mit Bar und Sonnenterrasse, das sich als offener, gemeinschaftlicher Raum über die klare, vertikale Erschließungsstruktur legt. So entsteht eine räumliche Dramaturgie vom getrennten Ankommen über das ritualisierte Aufsteigen bis hin zur gemeinsamen Begegnung.

Zentraler Auffangtrichter:

Ein nach oben offener Trichter in der Mitte des Gebäudes sammelt Regenwasser.

Bei Regen entsteht ein atmosphärischer Indoor-Wasserfall, der akustisch beruhigt und visuell fasziniert. Überschüssiges Wasser wird aufgefangen und zur Wiederverwendung in den Pools gefiltert.

Die Anlage ist als Abfolge unterschiedlich temperierter Räume konzipiert, die bewusst mit Kontrasten spielen. Verschiedene Saunen und warme Bäder bieten differenzierte Wärmeerlebnisse – von sanfter, trockener Hitze bis zu intensiveren Aufgüssen. Inspiriert von der lettischen Tradition entstehen Räume, in denen das Saunieren als ritueller Prozess verstanden wird: mit natürlichen Materialien, Öffnung zur Umgebung und einer Atmosphäre der Ruhe und Gemeinschaft.

Den Gegenpol bildet das kalte Becken auf Höhe des Seespiegels. Es stellt die unmittelbare Verbindung zum Seewasser her und wird im Winter selbst zum Eisbad. Der Wechsel zwischen Hitze und Kälte schärft die Sinne, stärkt den Körper und macht die Natur unmittelbar erfahrbar.